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People outside the Google offices in Granary Sqaure, London, Thursday Nov. 1, 2018. Hundreds of Google engineers and other workers walked off the job Thursday morning to protest the internet company’s lenient treatment of executives accused of sexual misconduct. Employees were seen staging walkouts at offices in Tokyo, Singapore, London, and Dublin. (Stefan Rousseau/PA via AP)

Weltweiter Protest von Google-Mitarbeitenden im November 2018. In den USA will nun eine Gewerkschaft dem Motto «Don't be evil» stärker Gehör verschaffen. archivBild: AP

«Alphabet kann Geld machen, ohne Böses zu tun» – Google-Angestellte organisieren sich

Die in den USA gegründete Gewerkschaft soll für alle Alphabet-Mitarbeitenden sowie auch Auftragnehmer offen stehen.



«Alphabet kann Geld machen, ohne Böses zu tun. Wir müssen das Wohlergehen der Gesellschaft und der Umwelt über die Gewinnmaximierung stellen.»

alphabetworkersunion.org

Mitarbeiter des US-Internetriesen Google und dessen Mutterkonzerns Alphabet haben sich erstmals in einer Gewerkschaft zusammengeschlossen.

Die Alphabet Workers Union vertrete über 200 Beschäftigte in den USA, teilte die Organisation am Montag (Ortszeit) mit. Das Bündnis will sich für faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen einsetzen. Die Mitglieder fordern zudem, dass sich der seit Jahren in der Kritik stehende Konzern strukturell verändert.

Die Gründung der Gewerkschaft sei höchst ungewöhnlich für die Tech-Industrie, die sich lange Zeit gegen Bemühungen gewehrt habe, ihre grösstenteils aus Angestellten bestehende Belegschaft zu organisieren, konstatiert die «New York Times». Der Schritt werde wahrscheinlich die Spannungen mit der obersten Unternehmens-Führung verschärfen.

Massive interne Proteste

Der US-Konzern ist aufgrund von Vorwürfen etwa wegen Sexismus, Rassismus und Machtmissbrauch durch Führungskräfte schon länger mit internen Protesten konfrontiert. Im November 2018 hatten deshalb Tausende Beschäftigte zeitweise die Arbeit niedergelegt.

Gegenüber dem Techblog The Verge erwähnte die Google-Mitarbeiterin Nicki Anselmo das Project Maven, also den Versuch der US-Regierung, künstliche Intelligenz für präzisere Drohnenangriffe einzusetzen. 2018 wurde wegen Googles Kooperation mit dem Pentagon Kritik laut, in der Folge wurde ein entsprechender Vertrag schliesslich nicht verlängert.

Zuletzt entfachte die Entlassung der bekannten KI-Forscherin Timnit Gebru im Dezember 2020 massive Proteste. Tausende Mitarbeitende forderten Aufklärung, Konzernchef Sundar Pichai sah sich zu einer Entschuldigung veranlasst.

Ein Prozent des Jahresgehalts

Die Alphabet Workers Union stellt in der gewerkschaftsfernen US-Tech-Branche eine seltene Ausnahmeerscheinung dar, vertritt allerdings auch nur einen Bruchteil der insgesamt über 130'000 Mitarbeiter des Alphabet-Konzerns.

Das Unternehmen erklärte gegenüber US-Medien allgemein, Arbeitnehmerrechte zu unterstützen, ohne jedoch konkret auf die grundlegende Kritik einzugehen. In der Stellungnahme machte Alphabet indes deutlich, sich auch künftig lieber «direkt mit all unseren Beschäftigten» zu befassen als mit der neu gegründeten Arbeitnehmervertretung.

Die Alphabet Workers Union entstand nach eigenen Angaben mit Unterstützung der grösseren Gewerkschaft Communication Workers of America und wird sich dieser anschliessen.

«Unsere Gewerkschaft setzt sich für den Schutz der Alphabet-Mitarbeiter, unserer globalen Gesellschaft und unserer Welt ein. Wir fördern Solidarität, Demokratie sowie soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit.»

alphabetworkersunion.org

Google-Mitarbeiter, die sich für einen Beitritt entscheiden, verpflichten sich, ein Prozent ihres Jahresgehalts an die Gewerkschaft abzuführen. Das Geld werde für Anwaltskosten und die Mitarbeiter-Organisation verwendet, heisst es.

Quellen

(dsc/sda/dpa)

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Google plant neues Hauptquartier unter Glas

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