Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Switzerland's national soccer team player Ricardo Rodriguez, center, arrives at the hotel for a preparation camp of the upcoming UEFA Euro 2020 qualifying soccer matchs, in Lausanne, Switzerland, Monday, October 7, 2019. Denemark will play Switzerland for the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match on October 12 in Copenhagen. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Am Montag rückte Ricardo Rodríguez in Lausanne bei der Nationalmannschaft ein. Die Nati sei seine Wohlfühloase, wie er sagt. Bild: KEYSTONE

Rodriguez zweifelt nicht: «Unauffällig in der Nati? Ich mache doch nur wichtige Tore!»

Der Schweizer Nationalspieler kam zuletzt bei seinem Klub nicht mehr zum Zug. Kein Grund zur Panik, sagt er und erklärt seine Formkurve und Ziele.

céline feller / ch media



Der Blick auf die Tabelle der Serie A tut weh. Zumindest für Anhänger von AC Mailand. Nur auf dem 13. Platz rangieren die Mailänder, vier Pleiten kassierten sie in den ersten sieben Ligaspielen. Vor dem 2:1 über Genua am Sonntag war dies gleichbedeutend mit dem schlechtesten Start der AC seit 1938/39. Ein Desaster. Und mittendrin: Ricardo Rodriguez.

«Weil ich jetzt drei Spiele mal nicht gemacht habe, heisst das noch nichts.

Ricardo Rodriguez

Wobei mittendrin mitunter der falsche Ausdruck ist. Denn Rodriguez findet sich seit drei Partien an einem Ort wieder, den der Schweizer Nationalspieler aus seiner bisherigen Karriere kaum kennt: auf der Bank. Er musste zuschauen und mit ansehen, wie sein Konkurrent Theo Hernández beim Sieg in Genua gar noch ein Tor erzielte. Ungewohnt für Rodriguez.

Das Redeverbot von Milan

Äussern aber darf er sich dazu nicht, solange er bei der Nati weilt. Er hat für diese Zeit einen Maulkorb bekommen bezüglich Aussagen zu Milan. Deshalb greift er auf ein standardisiertes Statement zurück: «Weil ich jetzt drei Spiele mal nicht gemacht habe, heisst das noch nichts.» Etwas fügt er aber noch an, als er gestern zum Einzelgespräch erscheint, fernab aller anderen Journalisten und Spieler, an einem ruhigen Ort im Hotel Royal Savoy, wo er sich wohl fühlt: «Es kann sich immer alles ändern.»

AC Milan's Ricardo Rodriguez and Brescia's Ernesto Torregrossa, left, go for the ball during the Italian Serie A soccer match between AC Milan and Brescia Calcio at the San Siro Stadium in Milan, Italy, Saturday, Aug. 31, 2019. (Matteo Bazzi/ANSA via AP)

Von der AC Milan hat Rodriguez einen Maulkorb bekommen. Bild: AP

Genau das wird Rodriguez’ Hoffnung sein. Eine, die sich schon erfüllt hat. Milan-Coach Marco Giampaolo wurde am Diensttagabend entlassen. Für Rodríguez ist dies gut. Aus seiner Heimat ist zu vernehmen, dass es für ihn an Hernández kein vorbei kommen gab, solange der Trainer Giampaolo hiess. Denn dieser habe sich vom technischen Direktor Paolo Maldini bei der Aufstellung beeinflussen lassen. Und Hernández ist Maldinis Wunschspieler.

«Ich finde, ich war immer in Form und habe immer meine Leistungen gebracht.»

Ricardo Rodriguez

Was das für Rodriguez heisst? «Wie meine Karriere weiter läuft, kann ich Ihnen nicht sagen. Ich kann aber sagen, dass ich ein Spieler bin, der immer spielen will.» Ein Abschied im Winter würde nicht überraschen.

Präferenzen in der Nati, Schwierigkeiten in Italien

Immer spielen. Etwas, was ihm bei der Nati seit seinem Debüt vor fast auf den Tag genau acht Jahren stets vergönnt ist, wenn er fit ist und nicht geschont wird. Diese Sicherheit «ist mega wichtig», sagt er und vergleicht die Nati mit einer Wohlfühloase. Hinter ihm steht mit Loris Benito zwar ein Konkurrent, aber einer, der weit davon entfernt ist, Rodriguez zu verdrängen. Auch wenn dieser wie zuletzt nicht mehr so bärenstark war wie früher, sondern eher durchzogen spielte, unauffälliger, scheinbar stagniert.

«In Italien ist es schwerer. Vor allem taktisch. Alle Klubs sind gut organisiert.»

Ricardo Rodriguez

Eine Wahrnehmung, die der Spieler nicht teilt. «Sie finden ich bin nicht mehr so auffällig in der Nati? Ich mache doch nur wichtige Tore!», sagt er und lacht. Ohnehin ist er im Gespräch gut gelaunt, macht Spässe, Sprüche. Er wirkt weder frustriert über die Situation bei Milan noch schüchtern wie sonst so oft. Er fühle sich gut fussballerisch, sei zufrieden. Und in Form. «Ich finde, das war ich immer und ich habe immer meine Leistungen gebracht.»

abspielen

Ein wichtiges Rodriguez-Tor für die Nati: Das 0:1 per Penalty in der WM-Barrage gegen Nordirland. Video: YouTube/Soccer Goals

Die Aussicht auf die vorzeitige Qualifikation

Auch wenn er zugibt, dass man den besten Ricardo Rodriguez wohl zu Wolfsburg-Zeiten gesehen habe. Dies gründet für ihn in der Art und Weise des Fussballs, die variiere. «In Italien ist es schwerer. Vor allem taktisch. Alle Klubs sind gut organisiert, viele verteidigen gut, sind gut eingestellt.»

Switzerland's defender Fabian Schaer, Switzerland's defender Nico Elvedi, Switzerland's defender Ricardo Rodriguez, Switzerland's forward Mario Gavranovic, Switzerland's midfielder Granit Xhaka, and Switzerland's midfielder Loris Benito, from left, celebrate after winning (4-0), during the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match between the Switzerland and Gibraltar, at the Tourbillon Stadium in Sion, Switzerland, Sunday, September 8, 2019. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Rodriguez will mit der Nati gegen Irland und Dänemark sechs Punkte holen. Bild: KEYSTONE

In der Nati führt er es darauf zurück, dass zuletzt vermehrt mit Dreierkette mit ihm auf der linken Seite gespielt wurde. «Da komme ich weniger nach vorne. Dafür habe ich viel den Ball und kann hinten raus spielen, das mag ich ja.» Aber, «wissen Sie», fügt er noch an, «in der Fünferkette kann ich Tore schiessen oder Assists geben und der Mannschaft so etwas geben.» Das gefalle ihm auch, klar.

In welcher Formation er sich am Samstag in Dänemark einreihen wird, wisse er noch nicht. « Er wolle in diesen zwei wichtigen Spielen einfach sechs Punkte holen. Dann stünde die Schweiz am Dienstag auf Platz 1, wäre vorzeitig qualifiziert für die EM. Und der Blick auf die Tabelle wäre eine Freude. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Die Fussball-Rekordtorschützen der Top-Nationen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Steffan Griechting 09.10.2019 23:33
    Highlight Highlight Ricci chum zrugg zu GC! Bi eus spillsch, versproche! 😉😉😉😉😉
  • Viktor mit K 09.10.2019 20:25
    Highlight Highlight Auch unter dem neuen Trainer wird er an Theo nicht vorbeikommen! Die werden Ihr Königstransfer nicht auf der Bank schmoren lassen!
  • deedee 09.10.2019 18:35
    Highlight Highlight RiRo ist mit Abstand einer der schlechtesten bei Milan und das kommt von einem, der jedes Milan spiel schaut. Manchmal fragt man sich wie der überhaupt noch in der höchsten Liga spielen kann. Langsam, unbeweglich und ohne offensiven Impact. Man sollte ihn zum IV umschulen sonst wird das zumindest beim Ac Mailand nix mehr.
    • Raembe 10.10.2019 06:37
      Highlight Highlight Also wenn man die Nati Spiele schaut, wirkt er alles andere als langsam und unbeweglich.
    • deedee 10.10.2019 11:10
      Highlight Highlight dann reden wir wohl nicht vom gleichen Spieler
  • Clank 09.10.2019 17:26
    Highlight Highlight Rodriguez gehört sicherlich zu den besten und konstantesten der Nati, aber unsere Medien müssen es immer wieder unglaublich übertreiben mit dem Hype und Erwartungen.
    So schwärmte man von einem Real-Transfer damals, als er noch in Wolfsburg spielte. Warum immer gleich übertreiben?

Unvergessen

Bei der Tragödie im Heysel-Stadion werden 39 Fussballfans zu Tode getrampelt

29. Mai 1985: Als alles vorbei ist, werden 39 Todesopfer gezählt. 454 Menschen sind teils schwer verletzt. Die Massenpanik im Brüsseler Heysel-Stadion erschüttert die Fussballwelt in ihren Grundfesten.

Es ist ein herrlich milder und sonniger Frühsommertag in der belgischen Hauptstadt Brüssel. Beste äussere Bedingungen für ein grosses Spiel zwischen Liverpool und Juventus Turin im Europacup der Landesmeister. Alles deutet auf einen Final in ruhigen, geordneten Bahnen hin.

Niemand kann die Eskalation der Gewalt erahnen, die am Abend auf den Stehplatzrängen der altehrwürdigen Heysel-Arena zu einer der schlimmsten Katastrophen in der Geschichte des Sportes führen sollte.

Was geschah damals? Wie …

Artikel lesen
Link zum Artikel