Schweiz
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Interview

Republikaner in der Schweiz: «Trump ist ein Mann seines Wortes, der Bundesrat ein Lügner»

James Foley ist Sprecher der «Republicans Overseas Switzerland». Im Interview sagt er, warum Trump auf jeden Fall gewinnen wird und warum der Schweizer Bundesrat eine Horde von Lügnern sei.



Herr Foley, Sie haben vor vier Jahren nicht für Trump gestimmt, sondern für Gary Johnson, dem Gouverneur von New Mexico. Stehen Sie gar nicht hinter Trump?
James Foley:
Ich bin überzeugt von der Leistung Trumps in den letzten vier Jahren. Er hat seinen Versprechen Taten folgen lassen, sein Land an erste Stelle gestellt, Jobs in die USA zurückgebracht und keine verrückten Kriege mehr gestartet, wie es Hillary Clinton wohl gemacht hätte.

Sie wählen also definitiv Trump dieses Jahr.
Ja. Aber es wird keine einfache Aufgabe werden. Denn es heisst nach wie vor: Alle gegen Trump. Die Demokraten blockieren alles, was der Präsident machen will. Die linken Medien sind schon längst gegen ihn. Und mittlerweile stellen sich auch die Sozialen Medien gegen Trump, in dem sie rechte Stimmen mundtot machen wollen. Bestes Beispiel ist die Blockade der «New York Post», die einen Artikel mit Enthüllungen über den Sohn von Joe Biden publizierten.

Sie sprechen die Geschichten mit dem ominösen Laptop von Hunter Biden an, der angeblich gefunden wurde.
Genau.​

Diese Geschichte ist doch an den Haaren herbeigezogen. Das ist ein verzweifelter Versuch von Trumps Team, ein «October Surprise» zu initiieren.
Wenn man die Geschichte von Hunter Biden kennt, dann ist sie sehr glaubwürdig. Und sie zeigt eindeutig, dass Joe Biden genau über die Geschäfte seines Sohnes Bescheid wusste. Ausserdem: Es wäre vielleicht ein October Surprise, wenn es sich nicht um Biden handeln würde. Ich meine, ganz ehrlich: Joe Biden und Kamala Harris, ein schreckliches Team. Pete Buttigieg mit Tulsi Gabbard, das wären ernstzunehmende Gegner gewesen.

«Trump hat in vier Jahren mehr geschafft, als Joe Biden in seiner ganzen Karriere. Er ist ein Mann seiner Worte, im Gegensatz zu unserem Bundesrat hier.»

Sie sagen, Biden und Harris sind ein schwaches Team. Viele Republikaner scheinen das momentan umgekehrt zu sehen und machen Andeutungen, Trumps sinkendes Schiff zu verlassen.
Das stimmt nicht. Es gibt ein paar «RINOs» (Republicans In Name Only), klar. Der Rest ist ein künstliches Aufbauschen der Medien. Jedes Mal, wenn ein Republikaner etwas sagt, dass nicht zu hundert Prozent mit Trumps Ansichten übereinstimmt, wird ein riesen Tamtam gemacht von den linken Medien. Ein Sturm im Wasserglas. Fakt ist: Trump hat in vier Jahren mehr geschafft, als Joe Biden in seiner ganzen Karriere. Er ist ein Mann seiner Worte, im Gegensatz zu unserem Bundesrat hier.

OK, langsam. Was hat der Bundesrat jetzt damit zu tun?
Der sagt auch immer, dass er die Schweiz an erster Stelle setzen würde. Und dann macht er trotzdem, was er will und nicht das, was die Kantone wollen. Hätten Sie lieber einen Mann, der zwar direkt ist, aber auch anpackt, oder notorische Lügner wie unseren Bundesrat?

Trump ist doch derjenige, der immer wieder des Lügens überführt wird.
Quatsch. Vielleicht auf persönlicher Ebene, aber nicht in der Politik. Ich unterstütze das Verhalten von Trump nicht. Sehr wohl unterstütze ich ihn aber politisch. Und das ist das, was zählt. Die USA sind die grösste Volkswirtschaft der Welt. Und wenn es der USA gut geht, dann geht es auch Europa und der Schweiz gut.

«Die einzige Möglichkeit, wie Joe Biden gewinnen könnte, ist durch Betrug.»

Was hat Trump in Ihren Augen in den letzten vier Jahren erreicht?
Seit er im Amt ist, hat sich vieles zum Positiven gewendet. Und zwar an verschiedenen Fronten: Bei den Steuern, der Aussenpolitik und auch bei der Wirtschaft, die floriert. Die Arbeitslosigkeit ist extrem gesunken. Zumindest bis zur Coronakrise, die hat alles etwas torpediert.

Bild

Zur Person

James Foley (53) ist Mitglied und Sprecher von Republican Overseas Switzerland, der Schweizer Zweigstelle der US-Republikaner. Er lebt seit 2013 in Genf und arbeitet in der Autoindustrie. Foley ist verheiratet und hat ein Kind. Geboren und aufgewachsen ist er in New Orleans. Er spricht fliessend Deutsch und Französisch und kommentiert den US-Wahlkampf in verschiedenen Schweizer Medien.

Zurück zu den Wahlen: Wie wählen Sie eigentlich?
Per Brief.

Haben Sie nicht Angst vor Betrug? Die Republikaner sagen doch seit Monaten, dass Briefwahl ein grosser Schwindel sei.
Es gibt einen grossen Unterschied zwischen «Absentee Ballots», also der brieflichen Wahl von Auslands-Amerikanern, und «Mail-in Ballots». Ich kann genau überprüfen, ob mein Wahlzettel angekommen ist, Wähler in den USA können das nicht. Da wird so viel getrickst und geschummelt. Das ist die einzige Möglichkeit, die ich sehe, wie Joe Biden gewinnen kann. Mit Betrug.

Sie haben also schon gewählt. Wie ist die Stimmung denn so bei den restlichen Republikanern in der Schweiz?
Die Stimmung ist positiv. Nein, sehr positiv sogar.
Es werden dieses Jahr nochmals mehr Auslands-Amerikaner wählen gehen als 2016. Wir wollten eigentlich Events anbieten, bei denen sich die Expats neu registrieren lassen oder ihre Registration verlängern lassen können. Aber wir mussten feststellen, dass die meisten das schon gemacht haben.

Wieso gehen dieses Jahr so viele wählen?
Weil die Demokraten verrückt sind. Das inspiriert die Republikaner, wählen zu gehen. Ausserdem sehen wir Expat-Wähler klar, dass Trump die bessere Wahl ist.

Was sind Ihre Prognosen für die Wahl?
Ich bin mir zu 99 Prozent sicher, dass Trump gewinnen wird. Und zwar noch deutlicher als 2016: Er wird zwischen 310 und 330 Stimmen vom Electoral College bekommen, im Gegensatz zu den 304 vor vier Jahren. Dies hat einen einfachen Grund: Die republikanischen und die unschlüssigen Wähler sind dieses Jahr sehr entschlossen, die verrückten Demokraten zu besiegen.

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