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St-Pierre und Miquelon

Die typischen, farbigen Häuschen von St-Pierre, der Hauptstadt von St-Pierre und Miquelon. bild: shutterstock

Einzige Schweizer

Wie die einzige Schweizerin auf einer der sonderbarsten Inseln der Welt lebt

Neufundland gilt als Ende der Welt – bei jenen, die glauben, die Erde sei eine Scheibe, sogar offiziell. Hier liegt auch St-Pierre und Miquelon, ein französisches Überseegebiet mit 7000 Einwohnern – und einer Schweizerin: Claire-Lise Suardet.



Beim Gedanken an französische Überseegebiete denkt man schnell an die Karibik (z.B. Guadeloupe), die Südsee (z.B. Tahiti) oder den Indischen Ozean (z.B. La Réunion). Doch drei fast vergessene Inseln mit rund 7000 Einwohnern und ca. der Landmasse des Kantons Zug gehören weit oben im Nordatlantik auch dazu: St-Pierre und Miquelon.

Der Archipel erhielt schon viele Spitznamen: «Ein kleines Stück Europa in Nordamerika», «die letzte Bastion Frankreichs in Nordamerika», oder «eine der aussergewöhnlichsten geopolitischen Besonderheiten der Welt». Und die Meerenge zwischen den Inseln Langlade und St-Pierre war früher unter «Gueule d'Enfer» («Mund zur Hölle») bekannt, weil dort unzählige Schiffe sanken.

St-Pierre und Miquelon

Der Blick auf das Musée de l'Arche, das «Nationalmuseum» von St-Pierre. bild: shutterstock

Eigentlich gibt es auf den Inseln nur zwei Ortschaften: St-Pierre und Miquelon. Obwohl das Dorf Miquelon rund zehnmal kleiner ist als St-Pierre, wäre die nördlichere Insel geeigneter für eine Zivilisation gewesen – wäre da nicht die Bucht von St-Pierre mit dem perfekten natürlichen Hafen.

2018 lebten auf St-Pierre und Miquelon zwei Schweizer:

Eine davon ist Claire-Lise Suardet. Sie kommt ursprünglich aus Féchy VD, ist 46 und hörte das erste Mal von den Inseln, weil Briefmarken von dort so bekannt sind. Das ist ihre Geschichte.

St-Pierre und Miguelon In KürzeSt-Pierre und Miguelon In KürzeSt-Pierre und Miguelon In KürzeSt-Pierre und Miguelon In Kürze

Claire-Lise Suardet, ich muss zugeben: Bis vor Kurzem hatte ich noch nie von St-Pierre und Miquelon gehört. Können Sie mir eine Schnellbleiche geben?
Claire-Lise Suardet:
St-Pierre und Miquelon gehört zu Frankreich. Es liegt am Südende des kanadischen Neufundlands. Das Überseegebiet besteht aus drei Inseln: St-Pierre (Anm.d.Red: flächenmässig so gross wie die Stadt Zug) sowie Miquelon und Langlade (Anm.d.Red: flächenmässig so gross wie der Kanton Zug). Die letzten beiden Inseln sind mittlerweile durch eine enge Landbrücke verbunden. Praktisch alle knapp 7000 Menschen leben in St-Pierre, ein Dorf mit rund 700 Einwohnern gibt's auf Miquelon, Langlade ist weitgehend unbewohnt.

St-Pierre und Miquelon

St-Pierre in der Abenddämmerung. bild: shutterstock

Und wie sieht's mit der Temperatur aus?
Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt etwa 5 Grad Celsius. Aber die Winter sind – gemessen an der Lage – mit einem Tagesschnitt von knapp unter Null mild.

Was bietet die Flora und Fauna?
Das Land ist eher karg, die höchste Erhebung geht auf etwas über 200 Meter. Grosse Bäume gibt es nicht, auf St-Pierre stehen einige vom Wind gebeutelte Tannen. Bekannt ist die «Plate Bière» (Moltebeere). Aus ihr machen wir Konfitüre oder auch Alkohol.

Moltebeere

Die Moltebeere ist eine der wenigen, die auf St-Pierre und Miquelon wächst. bild: shutterstock

Was die Fauna betrifft: Viele Meeresvögel leben hier, grosse Säugetiere gibt es in der Wildnis nicht. Das Meer um die Insel gehörte einst zu den fischreichsten Gebieten der Erde – vor allem Kabeljau. Das hat sich leider sehr geändert. Robben, Wale und Delfine sind zu sehen.

Von St-Pierre und Miquelon haben wohl die wenigsten schon gehört. Wann nahmen Sie den Archipel erstmals wahr?
Uff, das ist lange her. Ich interessierte mich für Philatelie. Die Briefmarken von St-Pierre und Miquelon sind sehr speziell und schön. Die sind jedem Sammler ein Begriff.

Briefmarken Miquelon

Eine Auswahl von Briefmarken von St-Pierre und Miquelon. bild: shutterstock

Briefmarken brachten Sie auf die Insel?
Nein, die Liebe. Ich lernte meinen heutigen Partner online kennen. Er ist hier aufgewachsen.

Erzählen Sie.
Nun, wir lernten uns kennen und nach einiger Zeit reiste ich im März 2004 für drei Wochen nach St-Pierre. Überall lag Schnee, es war wunderschön. Im Juni kam ich wieder. Da war der Schnee weg (lacht), aber es gefiel mir noch immer sehr gut. Diese Ruhe packte mich. Ich verliebte mich in den Ort.

Bist du auch «der/die Einzige?»

Wir suchen für unsere Serie «Der/die einzige Schweizer/in» spannende Menschen, die entweder an speziellen Orten leben oder sonst im Ausland etwas Aussergewöhnliches erlebt/absolviert haben. Gehörst du da dazu oder kennst du jemanden, der uns seine Geschichte erzählen möchte? Schreib uns an reto.fehr@watson.ch.

Alle bisherigen Artikel aus der Serie findest du hier.

Wie ging es weiter?
Mein Partner hat zwei Kinder, da war es relativ schnell klar, dass ich zu ihm ziehen würde, wenn wir eine Zukunft haben wollen. Ich kehrte dann nochmals in die Schweiz zurück, kündigte meinen Job, bereitete meine Abreise vor. Im April 2005 wanderte ich aus. Seither lebe ich hier.

Claire-Lise Suardet, St-Pierre und Miquelon

Claire-Lise Suardet: «Das Leben geht auch bei deutlichen Minusgraden trotzdem weiter.» bild: Claire-Lise Suardet

Wie war das?
Der Umzug an sich war einfach. Aber die ersten zwei Monate waren hart. Ich musste mich zuerst damit abfinden, auf einer kleinen Insel zu sein. Ich konnte nicht einfach irgendwo anders hin. Das hatte ich so nicht erwartet. Aber danach war's gut – und das ist es noch immer (lacht).

Fühlt es sich nicht so an, als sei man auf der Insel «eingesperrt»?
Vielleicht, ja. Mir macht das überhaupt nichts aus. Aber klar: In der Freizeit sieht man immer wieder die gleichen Leute. Das Freizeitangebot ist allerdings ausreichend. Es ist auch immer mal wieder was los, wie beispielsweise «Les 25 km de Miquelon», ein Rennen über 25 Kilometer.

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Impressionen vom 25km-Rennen im Juni 2019. Video: YouTube/Jean-Christophe Paulau

Wollen Sie nicht wieder zurück in die Schweiz?
Nein, das will ich nicht (überlegt). Wenn man mal hier ist, will man nicht mehr zurück. (lacht). Das Leben verläuft hier anders. Es ist ein ganz anderer Groove. Ich mag es hier. Wenn ich in die Ferien reise, freue ich mich immer wieder, nach St-Pierre zurückzukehren.​

Wie oft sind Sie noch in der Schweiz?
Ungefähr alle drei Jahre.

Haben Sie noch Familie in der Schweiz?
Ja, meine ganze Familie lebt noch in der Schweiz. Ich bin in Féchy, einem Weinbauerndorf rund 100 Meter über dem Genfersee zwischen Morges und Nyon, aufgewachsen.

Und wo leben Sie heute genau?
Wir haben ein kleines Häuschen knapp ausserhalb der Stadt. Aber ja, St-Pierre ist ja klein. Man ist schnell überall.

St-Pierre, Ile aux marins

Die Ile aux Marins, gut 500 Meter vor St-Pierre. bild. shutterstock

Es leben dort nur 6000 Einwohner. Ich nehme an, man kennt sich.
Ja, das kann man so sagen. Man fällt hier auch schnell auf, wenn man von woanders herkommt (lacht).

Aber man erhält auf St-Pierre alles?
Ja, klar. Wir haben diverse Läden, auch ein kleines Spital und ein Gesundheitszentrum. Erst bei schlimmeren Fällen müsste man nach St. John's auf Neufundland.

Spital von St-Pierre (grosses farbiges Gebäude)

Das vielleicht am fröhlichsten bemalte Spital der Welt: L'hôptal de Saint-Pierre (grosses, farbiges Gebäude im Hintergrund). bild: claire-lise suardet

Wie eng ist die Verbindung zum kanadischen Neufundland mit St. John's?
Neufundland ist mit dem Boot in einer Stunde einfach zu erreichen. Einige hier haben dort ein Ferienhaus, die gehen dann natürlich öfter. Wir sind nicht oft dort. St. John's ist mit dem Flugzeug in 90 Minuten gut zu erreichen.

St-Pierre und Miquelon gehört zu Frankreich. Fühlt es sich vor Ort auch so an?
In Bezug auf die Dinge, die ich haben kann: ja. Es gibt hier beispielsweise Croissants und Baguettes wie in Frankreich, wir bezahlen mit Euros. Aber die Einstellung zum Leben, die ist ganz anders.

St-Pierre und Miquelon

Alte Kanonen in St-Pierre. bild: shutterstock

Wie verläuft ein typischer Tag eines normalen Einwohners?
Das ist ziemlich klar geregelt. Man fängt gegen 8.30 Uhr an zu arbeiten. Am Mittag gehen alle heim, um zu essen. Kantinen oder so existieren nicht. Am Nachmittag wird von 13.30 bis 17.30 Uhr gearbeitet – ausser natürlich im Spital und ähnlichen Angeboten. Am Radio gibt es um 12.30 Uhr Nachrichten, im TV um 19.30 Uhr. Dazu gibt's eine kleine gedruckte Zeitung, die einmal im Monat erscheint.

Ganz in der Nähe von St-Pierre und Miquelon war auch unser Eismeister schon:

Und was fehlt Ihnen aus der Schweiz?
Hach, das Essen natürlich. Eine richtig feine Waadtländer Bratwurst. So Sachen halt.

Sie sind in Féchy aufgewachsen, mit freiem Blick auf die Alpen, hinter Ihnen der Jura. Fehlen Ihnen die Berge nicht?
Natürlich. Ich würde gerne Skifahren gehen.
Die Berge sind in meinem Kopf. Obwohl: Wir haben hier ja auch kleine Berge. Der Trépied ist zwar nur etwas über 200 Meter hoch. Aber der geht auf dem Meeresspiegel los. Da kann es dann auch eindrückliche Felswände haben.

l'Anse à Ross, Langlade, Bild: Claire-Lise Suardet

Ferien- und Jagd-Häuschen bei der Bucht von Ross an der Ostküste von Langlade. bild: claire-lise suardet

Welche Traditionen haben Sie sich bewahrt?
Ich feiere weiterhin den 1. August. Raclette essen können wir hier auch. Ansonsten bin ich sicher pünktlicher als die St-Pierrais. Die Leute hier kennen unsere «quart d'heure vaudois» (in etwa: die akademische Viertelstunde Verspätung) auf jeden Fall auch (lacht).

Was sollte die Schweiz haben, was es in St-Pierre gibt?
Das «Fair play», die Ruhe und die Gelassenheit. Zum Beispiel im Verkehr geht man hier rücksichtsvoll miteinander um. In der Schweiz geht immer alles schneller. Man schaut immer mehr auf sich. Hier ist die Solidarität noch viel grösser. Die Leute sind einfach nett. Man hilft sich. Beispielsweise, wenn jemand im Haus etwas flicken muss, ist immer eine helfende Hand da oder jemand, der dir einen Tipp gibt.

Und was sollte St-Pierre von der Schweiz haben?
Man kann hier nicht Ski fahren. Wir haben zwar Schnee und kleine Hügel. Aber der Wind ist oft zu stark.

Fähre von St-Pierre nach Fortune, Bild: Claire-Lise Suardet

Die Fähre, welche St-Pierre mit Fortune auf Neufundland verbindet. bild: claire-lise Suardet

Vom vielen Wind habe ich viel gelesen, zudem von andauerndem Nebel und Frosttage während einem Drittel des Jahres. Tönt garstig bei Ihnen ...
Ach, das ist nicht so schlimm. Das Wetter hier ist zwar gewöhnungsbedürftig. Im Winter kann es schon mal –10 Grad Celsius sein und durch den Wind fühlt es sich nochmals 10 Grad kälter an. Aber man kann sich ja entsprechend kleiden. Das Leben geht trotzdem weiter. Im Sommer dagegen kann es auch mal über 20 Grad werden. Diese fühlen sich dann deutlich heisser an.

Dann gehen die Leute im Sommer auch an den Strand?
Nein, das schon nicht. Das Wasser hier im Nordatlantik ist natürlich kalt. Ich war allerdings auch schon drin. Aber das mache ich nicht mehr (lacht).

Gibt es eine spezielle Warnung an besonders kalten Tagen?
An kalten Tagen nicht. Aber bei Sturmwarnungen gibt's verschiedene Alarmstufen. Gelb bedeutet: Die Schüler müssen nicht mehr zur Schule, orange: Niemand geht mehr zur Arbeit. Dann steht das Leben still. Meistens dauert das dann aber nur einen halben Tag. Den letzten solchen Sturm hatten wir im April.

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Ein Wintersturm auf St-Pierre und Miquelon, das kann dann so aussehen. Video: YouTube/Rubicon975

Sieht man eigentlich Eisberge und Polarlichter von St-Pierre aus?
Polarlichter nicht. Aber in den ersten Jahren kam mal ein Eisberg sehr nahe. Das war wunderbar. Vor allem, wenn man das – so wie ich – vorher noch nie gesehen hat. Aber seither sah ich keinen mehr. Das hat allerdings auch mit der Strömung zu tun.​

Festival du Dune 2019, Bild: Claire-Lise Suardet

Jedes Jahr eine grosse Party: Das Dunefest auf Langlade. Bild: Claire-Lise Suardet

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung lebt in St-Pierre. Was hat es denn noch auf Miquelon und Langlade?
Miquelon hat ein kleines Dorf mit rund 700 Einwohnern. Sie leben da von der Fischerei. Einmal im Jahr gibt es einen grossartigen Meeresfrüchte-Markt. Auf Langlade stehen vor allem Ferienhäuser.​

Das tönt insgesamt nicht nach den grossen Perspektiven für die Jungen. Hat St-Pierre und Miquelon ein Problem mit der Migration von jungen Leuten?
Ja, das gibt es schon. Viele gehen nach Kanada oder Frankreich, um zu studieren. Alle kommen dann natürlich nicht zurück. Die Kinder meines Partners beispielsweise leben mittlerweile in Australien und Frankreich. Es hat hier auch nicht immer Arbeit für alle. Wir haben aktuell rund 200 Arbeitslose, wenn ich mich nicht irre. Allerdings werden teilweise auch Franzosen von der Métropole (Mutterland Frankreich) bevorzugt, was schade ist.

Grand Colombier und St-Pierre von Langlade aus, Bild: Claire-Lise Suardet

Die Insel Grand Colombier (links) und Ile Saint-Pierre von Langlade aus. Bild: Claire-Lise Suardet

Das tönt nicht nach dem besten Verhältnis zu Frankreich. Sind die Leute stolz, Franzosen zu sein?
In erster Linie sind sie St-Pierrais. Natürlich sind sie auch Franzosen. Aber vor allem St-Pierrais. Das ist wichtig (lacht). Für mich ist es sicher einfacher, Schweizerin zu sein als Französin. Die Leute aus dem Mutterland mag man nicht so – auch wenn wir natürlich viel Unterstützung von Frankreich erhalten.

St-Pierre und Miquelon stellt leider kein Team, aber der französische Cup ist trotzdem grossartig:

St-Pierre und Miquelon wurde auch schon als «das wahre Ende der Welt» beschrieben. Wie sieht es dort mit der Versorgung aus?
Alles, was wir aus Frankreich oder Kanada erhalten, landet erst in Halifax (Kanada). Von dort kommt das Containerschiff am Sonntag bei uns an, am Montag wird alles ausgeladen, am Dienstag stehen die frischen Sachen in den Lebensmittelläden. Darum ist der Dienstag eigentlich bei allen der Einkaufstag, dann hat es auch noch alles. In Miquelon beispielsweise ging kürzlich die Bäckerei zu. Jetzt kaufen die Leute dort das Brot am Dienstag und frieren es dann ein für den Rest der Woche.

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Bericht über die Schliessung der Bäckerei auf Miquelon-Langlade (Französisch). Video: YouTube/Saint-Pierre et Miquelon la 1ère

Das hört sich noch nach einem «grossen Ereignis» an, wenn die Schiffsladung kommt.
Ja, das ist schon so. Man geht an den Quai und schaut, wer kommt. So ein bisschen wie früher, als die Frauen am Hafen auf die Rückkehr ihrer Männer warteten oder auch als Schiffe aus Japan, Portugal oder Spanien wegen des Kabeljaus kamen. Das Gleiche gilt übrigens für den Flughafen. Nicht alle Leute gehen da hin, um jemanden zu verabschieden oder zu empfangen. Man geht manchmal auch einfach hin, um zu sehen, wer kommt und geht.

Le pote container qui relie Halifax à Saint-Pierre.png

Das Containerschiff, welches wöchentlich von Halifax kommend in St-Pierre anlegt. bild: claire-lise suardet

Ist das Leben teuer?
Ja, das ist es auf jeden Fall. Der Transport, die Zölle – das läppert sich zusammen. Wir importieren viel aus Frankreich oder Kanada.

Was ist billig?
Billig ist es in Kanada (lacht). Aber hier? Hmm, nein. Vielleicht der Wein? Den kriegt man für fünf Euro. Aber das ist in Frankreich auch so.

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Will jemand noch mehr über St-Pierre und Miquelon erfahren und gleichzeitig sein Französisch auffrischen? Hier gibt's eine Gratislektion. Video: YouTube/wocomoDOCS

Die Kriminalität sei sehr klein auf St-Pierre?
Ja, das ist auf jeden Fall so. Es ist sehr ruhig hier. Egal um welche Tageszeit, wir schliessen die Türen der Häuser oder Autos nicht ab.

Früher war St-Pierre für seine Fischgründe bekannt. der Kabeljau bescherte grosse Verkäufe und liess die Wirtschaft florieren. Allerdings wurden die Bestände leergefischt. Wie sieht es aktuell mit der Wirtschaft aus?
Ja, der Kabeljau bringt nicht mehr so viel. Wir hatten und haben viele Diskussionen mit Kanada über Fischquoten. Die Bestände erholen sich langsam. Es gibt aber auch noch andere Fische, die gefangen werden. Die Fischerei bleibt der wichtigste Einkommenszweig.

Miquelon

Das Dörfchen Miquelon mit rund 700 Einwohnern. bild: wikipedia

Wie sieht es mit Tourismus aus?
Wir haben viele kanadische Touristen. St-Pierre bietet vieles: Die Natur natürlich, diverse Spaziergänge, im Sommer mit Booten um die Insel fahren. Und wir haben eine reiche Geschichte. Während der amerikanischen Prohibition (1920 bis 1930 war in den USA die Herstellung, der Transport und Verkauf von Alkohol verboten) florierte der Alkoholschmuggel. Selbst Al Capone zog darum hier ein Geschäft auf und lebte auch einige Zeit auf St-Pierre.

Bild

Papageientaucher kommen auf Grand Colombiers, um zu nisten. bild: claire-lise suardet

Wie erreiche ich St-Pierre am schnellsten?
Im letzten Sommer flog erstmals ein Flugzeug direkt von Paris nach St-Pierre. Die Sommermonate über geht einmal wöchentlich ein Flug. Dieser dauert nur rund 6:30 Stunden und ist mit etwa 1000 Euro auch noch bezahlbar.

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Kurze Dok über St-Pierre und unter anderem die Zeit um die Prohibition (ab 6:06 Minuten). Wir zitieren: «Alle verkauften Alkohol, ausser die Kirche.» (Englisch) Video: YouTube/Official W5

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Beyond Good & Evil 24.08.2019 19:34
    Highlight Highlight War mal da für den 25k Lauf, war einfach genial! Rennen an solchen Orten sind immer was besonderes.
  • Martin Mars 23.08.2019 03:22
    Highlight Highlight Durch solche Beiträge geniesse ich bei Watson, einfach herrlich etwas über die Welt ausserhalb vom "Kuchen" zu erfahren,und bestimmt nicht wegen "und was sagt mein Mann dazu" Gäääähn
  • forest hill 22.08.2019 21:33
    Highlight Highlight Gut gemacht Reto, thanks, sehr spannend diese Ecke Frankreich
  • leu84 22.08.2019 20:48
    Highlight Highlight Ein interessanter Beitrag. Ich kenne St. Pierre und Miquelon nur aus einem Geografie-Quiz aber nicht mehr.
  • El Vals del Obrero 22.08.2019 18:06
    Highlight Highlight Die französischen Überseegebiete fanden wir in der Schule sehr interessant, als es hiess "Abschlussreise nur Schweiz oder Nachbarländer" :) (Die Reise wäre aber zu teuer gewesen)
  • Sonnenbankflavor 22.08.2019 17:48
    Highlight Highlight Wow, das sieht so schön aus mit all diesen andersfarbigen Häuschen! Wieso ist sowas in der Schweiz nicht erlaubt? Ich sehe hier nur noch grau, braun, beton.....das kanns doch echt nicht sein.
  • pumpkin42 22.08.2019 16:45
    Highlight Highlight Wir waren vor 20 Jahren in Neufundland in den Ferien und haben die Inseln aus der Ferne und auf den Karten gesehen. Wie die Inseln aber in etwas weniger grossem Ausmass ist auch Neufundland ein Land am Ende der Welt. Definitiv eine Reise wert, nächstes Mal würde ich die Inseln auch noch besuchen. Sehr empfehlenswert, ich erinnere mich gerne daran!
  • PlayaGua 22.08.2019 14:44
    Highlight Highlight Danke für diesen interessanten Einblick. Ein wenig vermisse ich Fragen abseits des eher romantischen Bildes der Insel. Ich habe mal eine Doku gesehen, in der gezeigt wurde, dass praktisch alles leergefischt worden ist und die Inselbewohner deshalb nun massiv von Subventionen abhängig sind. Ausserdem verbrannten damals die Bewohner den Müll offen oder kippten ihn ins Meer. Das ist ein paar Jahre her und mich würde interessiern, ob das noch immer so ist?
    • Reto Fehr 22.08.2019 14:57
      Highlight Highlight Das mit dem Müll wusste ich nicht. Fischbestände und Subventionen spricht sie kurz an. Die Fischbestände erholen sich, aber Diskussionen mit Kanada sind hart und von Frankreich gibts viel Unterstützung.

      Aber ja, ich verspreche da besser nachzufragen, falls ich in ca. 5 Jahren eine Serie mache: Was wurde eigentlich aus den einzigen Schweizern😉
    • PlayaGua 22.08.2019 15:10
      Highlight Highlight Danke für die Antwort. Die Quelle habe ich gefunden: https://www.geo.de/geo-tv/5915-rtkl-saint-pierre-und-miquelon-archipel-der-isolation

      Ist aber eben schon 8 Jahre alt, deshalb ist das Problem vielleicht mittlerweile gelöst.
  • DrFreeze 22.08.2019 13:28
    Highlight Highlight Das ist eine echt interessante Serie, welche ich immer wieder gerne lese. Das erweitert den Horizont und hat doch irgendwie einen Bezug zu hier. Grossartig! 👍
  • esclarmonde 22.08.2019 13:16
    Highlight Highlight St. Pierre & Miquelon war für mich immer etwas mystisches, spannendes, neugierig machendes.
    Bei Flügen aus und (teils) nach den USA sehen die Passagiere dieses Gebiet beim Überflug auf den Monitoren.
  • lilie 22.08.2019 13:02
    Highlight Highlight Einfach eine tolle Serie - sowohl für Fernwehgeplagte wie auch für Stubenhocker. 😊👍

    Mich hätte noch interessiert, was die Frau und ihr Mann arbeiten? Und auch, wie sie ihre Freizeit verbringen?

    Weisst du etwas darüber, @Reto? 🙂
    • Reto Fehr 22.08.2019 14:42
      Highlight Highlight Danke. Und sorry. War dieses Mal nicht das Thema. Ich kann mir aber fest vornehmen bei künftigen Interviews wieder mehr auf Job und Hobbys zu achten😬
    • lilie 22.08.2019 17:08
      Highlight Highlight @Reto: Gerne! Ich hab mich wirklich gefragt, was man an einem solch abgelegenen Ort den lieben langen Tag tut (ausser am Sonntag die Ankunft des Containerschiffes anschauen gehen 😅😊).
  • Ricardo Tubbs 22.08.2019 12:53
    Highlight Highlight sieht wunderschön aus, hätte kein problem da zu leben (würde mir aber noch 3-4 neufundländer welpen zulegen)
  • Heinzbond 22.08.2019 12:09
    Highlight Highlight Immer wieder interessant, vor allem wenn man selber Auswanderer ist, das sich vieles doch so gleicht was man vermisst, was anders ist...
    • Simon 22.08.2019 14:32
      Highlight Highlight Wohin hat es dich verschlagen?
    • Heinzbond 22.08.2019 16:51
      Highlight Highlight In die ach so exotische Schweiz, vom grossen Kanton aus... Aber ich wäre auch beinahe auf den Seychellen gelandet... Hätte mir aber beides mal das gleiche gefehlt...
    • 3.14159265359 aka Pi 23.08.2019 07:08
      Highlight Highlight Als Auslandschweizerin in Dänemark verfolge ich diese Serie auch mit grossem Interesse. Obwohl es hier natürlich weitaus weniger exotisch als auf St. Pierre ist, macht man aber auch hier viele der
      Erfahrungen, von denen die Auswanderer in dieser Serie erzählen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Fountain Pen 22.08.2019 12:04
    Highlight Highlight Spannender Einblick 😃👍 Ich hoffe noch auf weitere Artikel in dieser Serie.
  • Tekk 22.08.2019 11:45
    Highlight Highlight Stimmen die Zahlen oben in der Übersicht? 100Chf für ein 2 Personen Abendessen finde ich doch recht teuer bei einem Durchnittslohn von 2300Chf pro Monat.
    • Reto Fehr 22.08.2019 12:04
      Highlight Highlight Habe die Angabe (Essen inkl Getränke) von ihr, gehe schwer davon aus, dass die ungefähr stimmen. Jeden Tag auswärts essen liegt wohl weniger drin, aber gibt natürlich Restaurants in unterschiedlichen Preisklassen.
    • fidget 22.08.2019 12:19
      Highlight Highlight Wenn man bedenkt, dass sämtliche Lebensmittel entweder per Schiff oder Flugzeug auf die Insel transportiert werden müssen, kann das gut sein. Etwas umständliche Lieferwege verteuern die Lebensmittel schnell, was sich dann auf den Endpreis niederschlägt. Aber hast recht, ist ziemlich teuer bei diesem Durchschnittseinkommen.
    • Baccaralette 22.08.2019 13:28
      Highlight Highlight Joa, stimmt wohl schon, sie müssen ja alles importieren.
  • estrella5 22.08.2019 11:40
    Highlight Highlight Vielen Dank! Ich liebe diese Berichte über " die einzigen Schweizer". Immer wieder spannend
  • MatildeHosmer 22.08.2019 11:33
    Highlight Highlight Wow
  • Tiben 22.08.2019 11:22
    Highlight Highlight Beste Serie auf Watson , weiter so Danke

Dieser Schweizer radelte von Oetwil nach Kapstadt – seine Reise in 28 faszinierenden Fotos

Lukas Steiner aus Oetwil an der Limmat sattelte im Juni 2018 sein Velo und radelte nach Kapstadt. Alleine. Mit nicht viel mehr als einer ungefähren Route. 18'580 Kilometer und 326 Tage später kam er an. Hier erzählt er uns seine Reise in 28 starken Bildern.

Lukas Steiner war weder ein Afrika-Reisender («da war ich vorher noch nie») noch ein grosser Velofahrer («ich machte nie zuvor eine längere Velotour»).

Aber da war dieser Däne, den der Schweizer in Taiwan traf.

«Ein Landsmann von mir fuhr mit dem Velo nach Kapstadt. Wieso machst du das nicht?», fragte der Däne. Und Lukas sagte: nicht viel. Aber er schaute sich die Sache mal auf der Weltkarte an und stöberte in Blogs. Lukas wusste schon immer, dass er sich eine Auszeit gönnen wollte. Aber …

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