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Die 44-jährige Ndidi Nwuneli ist soziale Unternehmerin und kämpft gegen die Unterernährung in Westafrika. bild: zvg

Die Lösung der Lebensmittelkrise könnte aus Nigeria kommen – in Gestalt dieser Frau

Liest man über Afrika, handelt es sich meistens um Krankheiten, Krieg oder Unterernährung. Eine junge aufstrebende Nigerianerin will das ändern – mithilfe von Superfood und der Landwirtschaft.



Wenn Ndidi Nwuneli spricht, klopft sie energisch mit den Fingerknöcheln auf die weisse Tischplatte. Ihre Präsenz erfüllt den ganzen Raum. Während des Gesprächs lässt die gebürtige Nigerianerin ihr Handy nicht aus den Händen. Ihr auffälliger Ohrschmuck wippt im Takt ihrer Worte.

Müsste Nwuneli ihren Job in einem Satz zusammenfassen, würde sie so etwas sagen wie: «Ich bin Sozialunternehmerin: Meine Lebensaufgabe ist es, das landwirtschaftliche Potenzial Afrikas zu entfesseln und so die Unterernährung zu bekämpfen.» «Sahel Consulting», die Firma der 44-jährigen Afrikanerin, sorgt unter anderem dafür, dass westafrikanische Kleinbauernbetriebe ihre Produkte regional und international zu fairen Preisen verkaufen können.

Ihre Karriere begann Nwuneli als Unternehmensberaterin bei McKinsey. Nach Stationen in Chicago, New York und Johannesburg kehrte sie in ihre Heimat Nigeria zurück. «Ich war sehr ehrgeizig, habe hart gearbeitet. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich etwas beitragen wollte, um das Leben der Menschen zum Besseren zu verändern.» Zurück in Nigeria begann sie gegen eines der Hauptprobleme des Kontinents zu kämpfen: Lebensmittelknappheit und Unterernährung. «Ich wollte zeigen, dass sich Afrika selbst ernähren kann.»

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Nwuneli bezeichnet die Landwirtschaft in Afrika als «das neue Gold». bild: zvg

Der Weg dahin ist steinig. Das weiss auch Nwuneli – sie nennt vor allem drei grosse Probleme, die Westafrika immer wieder in die Lebensmittelnot drängen:

Der koloniale Schaden

Das Ökosystem Westafrikas ist sehr fragmentiert. Es gibt viele Kleinbauern, die wenig Land besitzen. Weil die nötige Infrastruktur fehlt, haben sie kaum Zugang zu lokalen Märkten – können ergo ihre Ernte nur schwer an die lokale Bevölkerung bringen. Schuld daran tragen unter anderem die europäischen Kolonialisten, erklärt Nwuneli. Weil sie möglichst viele Güter nach Europa verschiffen wollten, drängten sie Afrika in die Exportwirtschaft und bauten lediglich Wege vom Landesinnern an die Häfen.

Innerhalb des Landes, von Bauernhöfen zu Märkten, fehlen die Verbindungen. Und das schadet der Wirtschaft bis heute. «Die Kolonialisten haben viel Schaden angerichtet. Doch nur sie für die bis heute anhaltende unbefriedigende Situation – insbesondere die schlechte Infrastruktur – verantwortlich zu machen, wäre falsch», so die Unternehmerin.

Die Monokulturen

Ein weiteres Problem seien die Monokulturen und der starke Fokus auf den Export. 60 Prozent des weltweiten Kakaos wird in Ghana und der Elfenbeinküste produziert. «Doch die Länder profitieren von lediglich fünf Prozent der Multi-Milliarden-Industrie. Das müssen wir ändern.» Viele Bauern, so Nwuneli weiter, fokussierten sich zu stark auf nur einen Rohstoff. «Bricht der Kakaobohnenmarkt zusammen, verlieren die Bauern ihre Existenzgrundlage. Und weil sie sich auf Monokulturen spezialisiert haben, haben sie nicht einmal mehr etwas übrig, um ihre Familien zu ernähren.»

«Die Landwirtschaft ist das neue Gold. Das Potenzial ist riesig.»

Ndidi Nwuneli

Nwuneli sieht die Lösung beispielsweise in Mischkulturen. «Westafrika hat die besten klimatischen Voraussetzungen für den Anbau von Palmöl, Cashewnüssen oder Sesam. Dieses Potenzial müssen wir nützen – dürfen aber gleichzeitig nicht den Anbau von Hauptnahrungsmitteln wie Yam, Maniok oder Tomaten vergessen.» Zudem sollten die Rohstoffe vor Ort verarbeitet statt nur exportiert werden. «Es bliebe mehr Gewinn in einem Land, würden anstatt roher Kakaobohnen direkt Schokolade, Kakaopulver oder Sirup exportiert werden.»

Der freie Markt und das verstaubte Image

Ein weiteres Problem sieht Nwuneli im Konzept des freien Handels. «Der ist zwar schön und gut, ist in der Landwirtschaft aber nur eine Farce, solange Bauern in einigen Ländern durch Subventionen und Schutzzölle gestützt werden.» Hinzu komme das unattraktive Image der Landwirtschaft. «Einmal fragten wir Studenten an einer Uni, wer Eltern habe, die Bauern sind. Niemand meldete sich.

Man schämte sich dafür: Das Bauersein wird in Afrika mit Armut gleichgesetzt», erinnert sich Nwuneli. Ihre Augen funkeln, sie streicht sich eine Strähne aus dem Gesicht. Die 44-Jährige weiss um die Probleme, die sich Westafrika täglich stellen. Doch sie hat auch eine Vision, wie sich die Länder eine vielversprechende Zukunft erarbeiten können.

Ndidi Nwuneli nahm auf Einladung der Entwicklungsorganisation Helvetas an einem Symposium in Bern teil. Im Mittelpunkt des Symposiums stand die Frage, wie das wirtschaftliche Potenzial Afrikas entfesselt werden kann.

«Die Landwirtschaft ist das neue Gold. Das Potenzial ist riesig», sagt sie energisch. Und rechnet vor: 2050 wird Afrika 2,4 Milliarden Menschen ein Zuhause sein. Gibt jeder Einzelne davon pro Tag einen Dollar für Lebensmittel aus, resultiert daraus ein Milliardengeschäft. «Gibt jeder täglich 10 Dollar aus, sprechen wir über jährliche Einnahmen von 8,76 Billionen Dollar.»

«Essen ist ein unglaublich starkes kulturelles Werkzeug, um ein Umdenken zu erreichen. Hier sprechen alle von Super- und Powerfood. In Afrika haben wir Unmengen davon.»

Ndidi Nwuneli

Nwuneli und ihre Firma helfen den lokalen Bauernbetrieben. Unterstützen sie mit neuen Technologien, Knowhow und Innovationen. Und versuchen die fehlende Infrastruktur, die Verbindung zu den lokalen Märkten, herzustellen. Doch das ist noch nicht alles. Sie wäre nicht, wo sie heute steht, würden die Visionen der jungen Unternehmerin danach enden. Sie will Afrikas Image in Europa verbessern – auch mithilfe der in Afrika produzierten Lebensmittel. «Wenn Leute an Afrika denken, denken sie nicht an unser Essen. Sie denken an Krisen und Korruption. Das will ich ändern.»

Nwuneli weiss ziemlich genau, wie wichtig das Essen für Europäer ist. «Essen ist ein unglaublich starkes kulturelles Werkzeug, um ein Umdenken zu erreichen. Hier sprechen alle von Super- und Powerfood. In Afrika haben wir Unmengen davon.» Sie nennt das Beispiel Fonio – eine Hirsenart, die hierzulande kaum bekannt ist. «Wir wollen Fonio als das neue, bessere und nährstoffreichere Quinoa etablieren.»

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«Als dunkelhäutige Frau muss ich doppelt so viel leisten. Betrete ich einen Sitzungsraum, muss ich in den ersten fünf Minuten beweisen, dass ich nicht nur eingeladen wurde wegen einer Quote.» bild: zvg

So begeistert Nwuneli von der Landwirtschaft schwärmt, so bewusst ist ihr auch, dass es sich um eine wenig glamouröse Branche handelt. «Man muss sich wortwörtlich die Hände schmutzig machen, und es ist kein Bereich, indem man ohne Aufwand schnell viel Geld verdient.»

Und auch Nwunelis Schaffen ist nicht immer einfach. «Als dunkelhäutige Frau muss ich doppelt so viel leisten. Betrete ich einen Sitzungsraum, muss ich in den ersten fünf Minuten beweisen, dass ich nicht nur eingeladen wurde wegen einer Quote.» Das sei anstrengend. Doch die Nigerianerin kämpft weiter. Für ein Afrika der Zukunft und gegen alle negativen Vorurteile, die in den Köpfen der Menschen zuweilen herrschen.

Esel-Handel in Afrika

Der etwas andere Job – Busfahrer in Kenia

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73Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Iltis 23.10.2019 10:12
    Highlight Highlight Sehr wichtig für die Afrika, Einheimische mit Reichweite welche im eigenen Land für Fortschritt arbeiten. Den Punkt mit den Strassen kann ich nicht teilen. Das sind souveräne Staaten, sie sollen selber Infrastruktur aufbauen. Die Kolonialisten haben immerhin schon welche gebaut. Hauptproblem sind zudem korrupte Machthaber, Fehlende Weitsicht, Planung und Lagerung. Ich hoffe das weibeln um Investoren führt nicht zu weiteren Abhängigkeiten und Ungerechtigkeiten.
  • chicadeltren 22.10.2019 20:11
    Highlight Highlight Das ist ja alles gut und schön, aber dafür müssten wir in Europa erst mal aufhören, mit unseren subventionierten Nahrungsmitteln die dortigen Märkte zu zerstören und den Import afrikanischer Produkte erst mal erlauben und zwar ohne horrende Schutzzölle.
  • Full Moon Madness 22.10.2019 16:33
    Highlight Highlight An alle, welche die Frau nur aufgrund ihrer einstigen Arbeit bei McKinsey kritisieren, nehmt euch die Zeit, das eingebetete Video anzuschauen (hören reicht auch, habe ich heute während der Arbeit getan). Ihr Vortrag zeigt, dass sie bereits mehrere Jahre in dem Sektor tätig ist und Erfolge erzielt worden sind und dass sie eben NICHT auf das schnelle Geld aus ist.
  • Trompete 22.10.2019 15:17
    Highlight Highlight Ich habe aufgrund des Titels wirklich gedacht, jemand hätte eine "ausserordentliche" Idee präsentiert.
    Das Problem von Afrika ist auch momentan nicht eine zu geringe Produktion von Nahrungsmitteln, sondern die zu tiefe Kaufkraft. Sprich: über 2 Milliarden potenzielle Kunden bringt nichts, wenn ein Grossteil nicht über das Geld verfügt, Kunde zu werden. Die afrikanischen Grossgrundbesitzer werden somit "Superfood" für die westlichen Länder produzieren, wodurch der Besitzer u.U. ein Bisschen mehr verdient, aber wohl kaum das Nahrungsmittelproblem in Afrika zu lösen vermag.
  • Beat-Galli 22.10.2019 13:11
    Highlight Highlight Der Kolonialismus ist slso immer noch an ALLLEM Schuld.
    Die Wege vom Innern ans Meer?
    Ok. In Europa wurden innert 100 Jahren zwei mal die Infrastruktur zusammengeschlagen und wieder aufgebaut. Da sollte Afrika die ein Oder andere Strasse bauen können die nicht mit Export zu tun hat?


    • DieserNicknamewirdschonverwendet 22.10.2019 14:15
      Highlight Highlight Sie sagt ja selber, dass nicht nur der Kolonialismus Schuld ist... :)
  • Maedhros Niemer 22.10.2019 10:48
    Highlight Highlight Ich würde gerne an ihre Redlichkeit glauben, aber mit der McKinsey Connection fällt mir das schwer.

    Meiner Meinung nach haben die McKinseyvorstände den fetten Braten gerochen, sprich das grosse Geld mit Lebensmittelanbau und Spekulation.
    Nur weil dieser Mensch weiblich, schwarz und afrikanisch ist, macht ihn das nicht automatisch zu einer Retterin.

    Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich wünsche mir ganz fest, dass ich mich mit meiner McKinsey Theorie irre und die Frau wirklich versucht in Afrika etwas für die lokale Bevölkering aufzubauen.
    (Sie sucht leider eher die nächste Avocado/Quinoa)
  • Holunder 22.10.2019 10:37
    Highlight Highlight Falls Afrika gross ins Palmölgeschäft einsteigt wie es Frau Nwuneli sich erhofft, hoffe ich sie schaffen das auf nachhaltige Art und Weise. In Indonesien und Malaysia hat das ja katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt.
    Afrika hat viel Potential für die Landwirtschaft aber auch viel kostbare Natur die hoffentlich erhalten bleibt.
    Ich hoffe auf einen gesunden Aufstieg Afrikas.
  • Jay Zee Mzantsi 22.10.2019 08:49
    Highlight Highlight Tatsächlich sind Subventionen und Schutzzölle ein unglaubliches Übel in Afrika. Einerseits schickt Europa Hilfsgelder, andererseits zerstört es die afrikanische Wirtschaft. Letzthin musste ich hier in Südafrika im Laden aus Deutschland importiertes Pouletfleisch sehen, das 10% unter dem Preis vom hiesigen Produkt lag. Das kann die tatsächlichen Kosten nicht abbilden (Boden- und Arbeitskosten)
  • Lienat 22.10.2019 08:13
    Highlight Highlight «Gibt jeder täglich 10 Dollar aus, sprechen wir über jährliche Einnahmen von 8,76 Trillionen Dollar.»

    Könntet Ihr diesen Satz bitte korrigieren bzw. richtig übersetzen. Eine "trillion" in der englischen short-scale entspricht einer deutschsprachigen Billion. Die jährlichen Einnahmen wären also "nur" 8.76 Billionen Dollar.

    10$/d/E * 365d * 2.4 Mia E = 8.76 Billionen $
    • Christoph Bernet 22.10.2019 09:45
      Highlight Highlight Danke für den Hinweis, ist angepasst.
  • Leider Geil 22.10.2019 08:10
    Highlight Highlight Afrika ist sehr reich an vielen Dingen und reich an politischen Problemen. Nigeria mit seinen riesigen Ölvorkommen ist das allerbeste Beispiel.
    Die Frau hat also teilweise schon recht, aber sie macht die Rechnung ohne den Wirt. McKinsey mässig halt.
  • Seiya76 22.10.2019 07:57
    Highlight Highlight Nwuneli! Es sollten mehr Menschen wie sie geben und sein Einfluss für etwas Gutes nutzen und nicht nur auf sein eigenes Profit Denken. Ich hoffe dass Sie Afrika 🌍 helfen kann und sich die anderen Länder ein Stück abschneiden können und Weltweit keinen mehr verhungern muss. Meine Unterstützung hat Sie schon.
  • Dark Circle 22.10.2019 07:42
    Highlight Highlight Bin gespannt. Der letzte der wollte, dass sich Afrika selber rettet, war Thomas Sankara. Hoffentlich hat es heute einen guten Ausgang mit ihr!
  • Locutus70 22.10.2019 06:17
    Highlight Highlight Das was sie sagt hat Hand und Fuß - ich wünsche ihr viel Erfolg. Sie sollte vor allem Mal den Jungs und Mädels in Brüssel den Marsch blasen. Das Freihandelsabkommen der EU mit Afrika, die Überfischung von Afrikas Küsten durch GB und Norwegen und die Dumping-Exporte Deutschlands nach Afrika gehören dringend auf den Prüfstand bzw. abgestellt.
  • Rolf_N 22.10.2019 01:36
    Highlight Highlight Irgendwie verrückt das die Kolonialzeit von den europäischen Ländern so gut wie gar nicht aufgearbeitet wurde. Auch das Schweizer Regimente Wattenwyl und von Roll über Afrika bis Indien dabei waren wird hier schnell mal vergessen. Aber bei Kaffe mit Schweizer Schokolade welches ja auf dem Rütli wächst, vergisst man auch schnell das wir die übelsten Rohstoffirmen beherbergen und beim Handel mit schmutzigen Edelmetallen vorne dabei sind.
    • Glücksbringer 22.10.2019 07:29
      Highlight Highlight Genau. Und vergessen wir die schmutzigen Tricks nicht, mit denen Nestlé den Leuten in so vielen Ländern die Lebensgrundlage Trinkwasser wegnimmt, um es in Plastikflaschen zu vermarkten.
    • Dr no 22.10.2019 19:45
      Highlight Highlight Genau jetzt geh ich gleich in die ecke und peitsche mich deswegen eine halbe stunde aus. Wer macht denn all die deals mit dem westen? Aha die korrupte Regierung, die ihr eigenes volk verarscht und unterdrückt aber klar scguld daran ist der weisse mann
    • Rolf_N 23.10.2019 12:54
      Highlight Highlight @Dr No Genau dieser Kommentar zeigt dass die Kolonialzeit welche überhaupt nicht lange her ist noch gar nicht aufgearbeitet wurde. Meinst du denn dass Länder welche von den Kolonialmächten auf dem Reissbrett gezeichnet wurden und welche Ethnien und Volksgruppen nicht berücksichtigten zu stabilen Ländern und Regierungen führt? Der Völkermord in Ruanda ist z.B. eine Folge davon! Das Prägt den Kontinent bis Heutewird wird vom Westen wie auch vom Osten weiterhin ausgenutzt.
  • Eight5 aka Zäme aka Erklärbart 21.10.2019 23:00
    Highlight Highlight «Gibt jeder täglich 10 Dollar aus, sprechen wir über jährliche Einnahmen von 8,76 Trillionen Dollar.»

    Das haben Konzerne wie Nestlé früh begriffen und dürften wohl keine Freude an dieser Frau haben.

    Eigentlich müssten afrikanische Länder von Konzernen wie Nestlé massive Abgaben oder Steuern verlangen. Mit diesen Einnahmen könnten sie in Infrastruktur und Bildung investieren.

    Wenn die Konzerne nicht zahlen, bleiben die Rohstoffe in Afrika und werden dort genutzt. Wäre super für Afrika. Müsste keiner hungern. Wir in Europa schmeissen ja fast alles weg (Foodwaste), während es ihnen fehlt.
  • Freethinker 21.10.2019 22:49
    Highlight Highlight Viele Länder in Afrika haben eigentlich ein tolles Klima und beste Bedingungen um Güter verschiedenster Art zu produzieren. Nur ist es meist eine kleine Elite und der Rest wird wie im Mittelalter dumm und klein gehalten. Es ist toll zu sehen, dass so eine starke Frau hingeht und versucht, das Ruder herumzureissen.
  • Merida 21.10.2019 22:18
    Highlight Highlight Eine inspirierende und inspirierte Frau!
  • supremewash 21.10.2019 21:53
    Highlight Highlight Kann ein Vorurteil sein, aber sind viele Afrikanische Länder nicht vorallem politisch schwach? Ich meine, es ist jedem bekannt dass auf diesem Kontinent viele Güter höchster Nachfrage produziert und gewonnen werden, welche am Anfang einer globalen Verwertungskette stehen. Aber man lässt sich wahlweise von ehemaligen Kolonialmächten oder den Chinesen über den Tisch ziehen. Verpachtet lukrative Transportwege und Schürfrechte über viele Jahrzehnte, oder lässt es sogar zu, dass EU-Obst billiger als einheimische Ware verkauft wird. Da wünsche ich mir eine starke Veränderung für ganz Afrika.
    • Krise 21.10.2019 23:20
      Highlight Highlight Ich denke dass die Bildung auch eine grosse Rolle spielt. Die Kolonialmächte haben schon dafür gesorgt, dass Afrika noch sehr lange mit herbeigeführter Armut zu kämpfen hat. Heute ist es nicht besser, wenn man sieht welche Bedingungen die europäischen und asiatischen Konzerne für sich aushandeln. Korruption und Bildungsarmut gehen oft Hand in Hand.
    • Dong 21.10.2019 23:29
      Highlight Highlight Das mit der Politik ist auch etwas klischeehaft, wenn auch sicher nicht ganz falsch. Andererseits haben viele der sehr armen Länder eine positive Aussenhandelsbilanz, d. h. sie machen ihre Hausaufgaben durchaus.
      Ein m. E. unterschätzter Faktor ist, dass Afrika extrem gross ist und Zudem schlechte Transportwege hat, das ist heutzutage ein riesiges Handycap.
    • supremewash 22.10.2019 00:05
      Highlight Highlight Das meine ich mit politischer Schwäche. Ich kenne Figuren und demokratische Prozesse (wenn vorhanden) ja nur aus den Medien, habe aber jeweils das Gefühl, dass die Entscheidungsträger ihre Ämter oft nur zur eigenen Bereicherung ausüben wollen, und dass ebendieser Sorte Mensch ein ungebildetes Volk als Manövriermasse gerade recht ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • frereau 21.10.2019 21:45
    Highlight Highlight Gute Initiative und spendendes Thema. Bitte mehr davon.
    Ein Problem wird nicht erwähnt: Die schlecht erschlossenen Wege und komplizierte Handelshindernisse lassen Bauern in Afrika oft aussen vor gegenüber globalen Importen. Dazu kommen dann noch die Handeksabkommen mit westlichen oder asiatischen Staaten. Im Stil von „wir bauen euch neue Autobahnen und ihr kauft unsere Produkte oder liefert uns die euren zu unschlagbaren Voraussetzungen.“
    Unser Wohlstand kommt nicht umsonst.
  • SunshineCoast 21.10.2019 21:43
    Highlight Highlight Mehr solche Frauen und weniger Kardashians 😅
    • Krise 21.10.2019 23:18
      Highlight Highlight Ähm,
      "Kim Kardashian hat sich erfolgreich für Häftlinge, die wegen geringer Drogendelikte hinter Gitter sassen, eingesetzt. Bereits 17 Insassen wurden aus dem Gefängnis entlassen und wieder mit ihren Familien vereint."

      https://www.fm1today.ch/unterhaltung/people/kim-holt-haeftlinge-aus-dem-knast-135482428
    • bullygoal45 22.10.2019 04:50
      Highlight Highlight @NR. 756: 17 Häftlinge? Wow!

      Kennen Sie Mimi Silbert (SanFrancisco)? Die gute hat vor 50 Jahren die Delancy Street Foundation gegründet.

      Sie hat ein Häftlingsprogramm für die schlimmsten Verbrecher eingerichtet. Über 90% erfolgsquote, um aus Gangmitglieder und anderen normale Familienväter und Angestellte zu machen.

      15‘000 Häftlinge habem das Programm erfolgreich durchlaufen und leben heute ein normales Leben. Das ist krass!
    • Krise 22.10.2019 09:11
      Highlight Highlight @bullygoal45 Und wie viele hast du rausgeholt? Meine Güte, ich mag die Frau ja persönlich auch nicht, aber dieses Gehasse nur um des Hasses wegen ist dumm. Ich wollte bloss aufzeigen dass sie eben mehr ist als ein Körper. Aber offenbar wollen das selbst die Leser von Watson nicht hören. Hauptsache das Feindbild bleibt aufrecht erhalten.
      Zudem, wenn du dem Link gefolgt wärst wüstest du, dass die K. Kardashian Jura studiert um eben noch mehr zu tun. Aber das ist dir wohl nicht schwarz/weiss genug.
    Weitere Antworten anzeigen
  • michiOW 21.10.2019 21:26
    Highlight Highlight Diese Frau scheint zumindest vielversprechend.
  • Dageka 21.10.2019 21:16
    Highlight Highlight Schön wenn sich Afrika selbst helfen kann. Aber nicht zu sehr, denn sonst kommen die Grossmächte...
    • Enzasa 21.10.2019 21:37
      Highlight Highlight Die Großmächte sind schon da, darum stagniert Afrika
    • FrancoL 21.10.2019 23:33
      Highlight Highlight Bitte Satz wie folgt abändern; Die Großmächte sind da, jetzt kann sich Afrika nur noch selbst helfen.
  • carlos zapato 21.10.2019 21:07
    Highlight Highlight Tolle Erkenntnisse. Einfach etwas spät. In ein paar Jahrzehnten fehlt in Afrika das Wasser, für eine noch intensivere Landwirtschaft. Sie haben schlicht den Sprung vom schlechbezahlten Rohstofflieferanten (Agrar/Erze/Oel) zum Anbieter von höherwertigen Industrieerzeugnissen verschlafen.
    • frereau 22.10.2019 06:08
      Highlight Highlight Afrika hat den Sprung nicht verschlafen. Die westliche Gesellschaft beutet einen Grossteil des Kontinents nach wie vor aus, mittlerweile in bester Gesellschaft der Chinesen.
      Vor verschlafen keine Rede: man hinderte die betroffene Gesellschaft am Aufstehen.
    • Wasmanvonhieraussehenkann 22.10.2019 10:08
      Highlight Highlight Die Landwirtschaft muss nicht intensiver werden, sondern diverser und nachhaltiger. Mischkulturen und Agroforestry statt Monokulturen. Das spart sogar Wasser und erhöht/sichert den Ertrag. Es können nachweislich mehr Leute ernährt und beschäftigt werden.

      http://www.fao.org/forestry/agroforestry/en/
  • Ricola74 21.10.2019 20:56
    Highlight Highlight Geniale Frau, ich hoffe dass sie Unterstützung findet und es allen zeigt
  • Cédric Wermutstropfen 21.10.2019 20:50
    Highlight Highlight „und bauten lediglich Wege vom Landesinnern an die Häfen.“

    Tja immerhin hat überhaupt irgendjemand mal irgendwelche Strassen dort gebaut. Tsss, Wiege der Menschheit, dass ich nicht lache. Afrika war auch schon vor dem Kolonialzeitalter grösstenteils extrem rückständig, ob jetzt Europa wirklich eine grosse Schuld an der ganzen Misere trägt, wage ich daher zu bezweifeln, denn Ex-Kolonien auf anderen Kontinenten haben sich teilweise prächtig entwickelt.
    • frereau 22.10.2019 06:09
      Highlight Highlight @Cédric Wermutstropfen
      "Ex-Kolonien auf anderen Kontinenten haben sich teilweise prächtig entwickelt"
      Wo denn bitte?
    • ChlyklassSFI 22.10.2019 06:15
      Highlight Highlight Dein Denken ist rückständig.
    • Cédric Wermutstropfen 22.10.2019 07:11
      Highlight Highlight @frerau: Schau nach Asien, dort gibt es ebenfalls zahlreiche ehemalige Kolonien und einigen geht es super.
      Auch die USA sind eine ehemalige Kolonie, zumindest der Osten.

      @Chlyklass: Rückständig ist es, in der Vergangenheit festzuhängen und diese immerzu als Entschuldigung für eigenes Versagen zu benutzen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ursus3000 21.10.2019 20:38
    Highlight Highlight jeden Tag eine neue Retterin und alles wird gut
  • Gooner1886 21.10.2019 20:27
    Highlight Highlight Danke für diesen spannenden Artikel. Wünsche Frau Nwuneli viel Erfolg bei ihrem Vorhaben.
  • Lowend 21.10.2019 20:17
    Highlight Highlight Normalerweise funktioniert ein Markt so, dass der Verkäufer den Preis bestimmt, zu dem er sein Produkt verkaufen will, da er meist alle Rechte an seinem Produkt innehat

    Auf dem Lebensmittelmarkt ist es aber komischerweise so, dass der Käufer die Preise bestimmt, während sich der Produzent mit dem zufriedengeben muss, was der Handel ihm noch überlässt, dies aus dem Grund, weil es viele Anbieter gibt, die gegeneinander ausgespielt werden können.

    Darum ist die Initiative von Frau Nwuelis richtig und wichtig, denn nur vereint bekommen die Produzenten ihren gerechten Anteil!
  • Selbst-Verantwortin 21.10.2019 20:11
    Highlight Highlight Mir wird nicht klar, welchen Beitrag sie zur Lösung leistet.
  • Kollani 21.10.2019 20:04
    Highlight Highlight Tolle Frau! Hoffentlich kann sie diese Ideen umsetzen und so Afrika helfen, sich selbst zu helfen! Bitte mehr von solchen Artikeln🙏.
    • Mr.President 21.10.2019 20:30
      Highlight Highlight Yes! Alles ist gut was die Einheimischen im Land bleiben lasst, statt nach Europa wegzulaufen und ihre Heimat zu vernachlässigen.
      Afrika ist am Wachsen. Das wäre doch schön, wenn sie China Stirn bieten können und sich genauso weiter entwickelten.
      Dafür wurde ich gerne spenden. Oder beim Aufbau helfen. Mit Minikrediten wie in Indien z.B.
  • MeinAluhutBrennt 21.10.2019 20:03
    Highlight Highlight Essen gibt es genug für alle 8 Mrd. Menschen. Bloss interessiert das den Kapitalusmus nicht weil er nur an denen interessiert ist mit welchen er saumässig Stutz verdienen kann.
  • Auric 21.10.2019 20:03
    Highlight Highlight welche Lebensmittelkrise??

    Hab ich noch nie von gehört.

    Die habe da unten derart viel fruchtbaren Boden das die Chinesen da sich breitmachen um China zu versorgen.

    Und ja die pösen Kolonialherren aka böser weißer Mann sind schuld, das Simbabwe von der Kornkammer Afrikas zu Hunger mutieren lag nicht an den weißen, die wurden vertrieben so wie sie heute is ZA gekillt werden, es liegt daran das heute da jeder kleine Bauer gerade so viel anbaut wie er selber braucht, und verteidigen kann, ohne kapitalismus macht eine mehrproduktion kein Sinn.
    • frereau 22.10.2019 06:16
      Highlight Highlight @Auric
      So einfach ist es dann auch wieder nicht.
      Die globale Wirtschaft (a.k.a. die bösen weissen Männer) lässt Exporte aus Entwicklungsländer oftmals nur zu unmenschlichen Voraussetzungen zu. Handelsabkommen fluten ebendiese Länder mit billigen Importprodukten.
      Und ja, all dies hängt mit der Geschichte der Kolonialisierung und dem Kapitalismus zusammen.
    • Amisabi 22.10.2019 07:25
      Highlight Highlight In Simbabwe wurden die Farmen an Freunde und Familie von Mugabe verteilt die kein Intresse an der Landwirtschaft hatten. Die Angestellten der ehmaligen weissen Farmern die entsprechendes Know how hatten als Kollaborateure entlassen.
      Die ganz Landreform in Simbabwe war eine einzige Katastrophe und diente nur dem zweck den Reichtum der Elite zu vergrössern. Der grossteil der Bevölkerung Simbabwes leidet nun unter dieser Misswirtschaft.
  • Krise 21.10.2019 19:52
    Highlight Highlight Makabrer Titel, spannender Artikel.
    • Goudfisch 21.10.2019 20:26
      Highlight Highlight 😅 Stimmt, sie sollen ja nicht SIE essen...

Deutsches Versuchslabor lässt Tiere qualvoll verenden – Spuren führen in die Schweiz

In einem deutschen Labor sterben junge Hunde, Affen und Katzen einen qualvollen Tod. Was eine Schweizer Pharma-Firma damit zu tun hat.

Ein Mitarbeiter der Tierschutzorganisation Soko Tierschutz und Cruelty Free International hat sich als Pfleger in das Tierversuchslabor LPT nahe Hamburg eingeschleust. Von Dezember 2018 bis März 2019 dokumentierte der Tierschützer die zahlreichen brutalen Tierversuche an jungen Hunden, Katzen, Affen und Kaninchen.

Der Bericht sorgte in Deutschland in den letzten Tagen für viel Empörung.

Bei LPT handelt es sich um ein Familienunternehmen. Das Versuchslabor ist eine der grössten Einrichtungen für …

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