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epa07853482 People inspect the new Huawei Mate 30 and 30 Pro smartphones after the presentation in Munich, Germany, 19 September 2019.  EPA/LUKAS BARTH-TUTTAS

Journalisten begutachten das neue Huawei-Handy. Bild: EPA

Huawei verkauft trotz US-Bann noch mehr Smartphones – und Trump so



Der chinesische Technologieriese Huawei hat trotz der US-Handelsbeschränkungen, die auch die Einführung des neuen Flaggschiffs Mate 30 Pro verzögern, einen Umsatzsprung verbucht. In den ersten neun Monaten schnellten die Erlöse um knapp 25 Prozent auf 611 Milliarden Yuan (85.7 Milliarden Franken), wie der weltgrösste Netzwerkausrüster am Mittwoch mitteilte. Als Grund nannte Huawei die wachsende Nachfrage nach seinen Smartphones. Bislang seien 185 Millionen Geräte verkauft worden, was einen Anstieg um 29 Prozent bedeuten würde.

Huawei im Hoch und Trump so:

BildBild

gif: via twitter/@ClubHuawei

Es bleibt kompliziert

Eine Expertin bezeichnet das Quartals-Ergebnis angesichts des enormen Drucks auf das Unternehmen als «beeindruckend». Die starken Zahlen seien aber vom Verkauf von Geräten getrieben, die vor dem US-Verbot eingeführt worden seien. Die langfristigen Aussichten seien immer noch schlecht. Der Grund: Huawei darf auf neuen Geräten nach wie vor keine Google-Dienste installieren, da die USA die notwendige Lizenz verweigern. Google hat Huawei daher für neue Geräte die Lizenz entzogen. Ob Google dabei im vorauseilenden Gehorsam handelt oder sich nur strikt an die Vorgaben des US-Handelsministerium hält, ist nicht ganz klar.

Fest steht: Ohne Googles Play Store macht es für Huawei in Europa wenig bis keinen Sinn, das neue Top-Modell Mate 30 Pro zu verkaufen. Zwar ist Android Open Source, doch ohne Google-Lizenz kommt die Software komplett ohne Google-Services daher. Damit fallen nicht nur Apps wie Maps, Gmail oder YouTube weg, sondern auch diverse Hintergrunddienste und Schnittstellen, die von unzähligen Dritt-Apps genutzt werden. Kurz: Apps wie E-Banking, Twint, Netflix etc. würden ohne Google-Lizenz mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren.

In Europa musste Huawei bei den Smartphone-Verkäufen zuletzt einen Rückgang in Kauf nehmen. Die US-Handelssanktionen haben aber bei den Chinesen eine patriotische Stimmung geweckt. Unterstützt von Solidaritätsbekundungen in den sozialen Netzwerken verkaufte Huawei seine Geräte verstärkt auf dem Heimatmarkt. In China soll Huawei inzwischen einen Marktanteil von rund 40 Prozent halten.

Huawei auf schwarzer Liste der USA

US-Präsident Donald Trump hatte Huawei Mitte Mai auf eine schwarze Liste gesetzt. Damit darf der Konzern in den USA keine Aufträge mehr für Telekom-Ausrüstung zum Aufbau des neuen Mobilfunkstandards 5G erhalten und Komponenten von US-Firmen nicht ohne spezielle Genehmigung beziehen.

Die USA und andere Staaten befürchten, dass sich die Regierung in Peking über die Huawei-Technologie Zugriff auf sensible Daten verschaffen könnte. Huawei weist die Spionage-Vorwürfe zurück.

In der Schweiz nutzen Swisscom und Sunrise weiter die Technologie von Huawei. Sunrise hat diese Woche gar den Start eines gemeinsamen 5G-Innovationszentrums mit Huawei verkündet. Auch europäische Staaten wie Deutschland und England wollen ihren Telekomfirmen weiter die Nutzung von Huaweis 5G-Komponenten erlauben. Huawei gilt bei der 5G-Infrastruktur als technisch führend und soll oft günstiger als die Konkurrenz aus den USA oder Europa (Nokia, Ericsson) offerieren.

(oli/sda/awp/reu)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Cédric Wermutstropfen 17.10.2019 09:16
    Highlight Highlight Ganz ehrlich, ich wäre auch dafür eher mit europäischen Unternehmen bzgl. 5G zusammenzuarbeiten als mit einem chinesischen. Auch wenn es teurer wird. Diebstahl und staatlicher Protektionismus: Die Erfolgsgeheimnisse vieler chinesischer Grossunternehmen und Konzerne.
    • Ueli der Knecht 17.10.2019 19:43
      Highlight Highlight Cédric: Die weitaus meisten 5G-Patente gehören Chinesen. Von Diebstahl kann da keine Rede sein.

      Und was ist China passiert, muss dich hier ja nicht interessieren. Sonst interessiert dich das Unrecht auf der Welt auch nicht.

      Ganz abgesehen davon, dass der Nationalismus und der nationalistische Protektionismus, wie das die Chinesen kultivieren, doch ganz deiner rechtsgesinnten Ideologie entspricht, und du solchen Nationalismus und Protektionismus doch liebend gerne auch in der Schweiz installiert haben willst.

      In diesem Sinne scheinst du eher neidisch auf die Chinesen zu sein.
    • Cédric Wermutstropfen 18.10.2019 01:50
      Highlight Highlight @Knecht: „Ganz abgesehen davon, dass der Nationalismus und der nationalistische Protektionismus, wie das die Chinesen kultivieren, doch ganz deiner rechtsgesinnten Ideologie entspricht...“

      Du musst nicht für mich sprechen. Ich entscheide selbst, was ich für richtig halte. Ich folge keiner Ideologie, sondern einfach dem was mich am besten deucht. Ausserdem ist Protektionismus wohl kaum eine rechte Erfindung: Gewisse linke Kreise lieben ihn. Frag mal die Sozialisten, die Kommunisten und gewisse Sozialdemokraten. Du brillierst einmal mehr mit politischem Unwissen.
    • Ueli der Knecht 18.10.2019 10:58
      Highlight Highlight Würdest du als Chinese in China leben, Cédric, ganz unabhängig von deiner Ideologie, dann würdest du den chinesischen Nationalismus und den chinesischen Protektionismus, und überhaupt alles, was du den Chinesen jetzt vorwirfst, gutheissen und bejubeln.

      Denn die chinesischen Nationalisten sind genau gleich wie die Eidgenossen-Nationalisten. Natürlich sind Nationalisten hin und wieder auch Sozialisten. Die sind aber auch ganz rechts und nennen sich Nationalsozialisten. Auch Kommunisten wie zB. Stalin sind nicht etwa links- sondern rechtsradikal.

      Soviel zu deiner politischen Bildung.
  • Nik G. 17.10.2019 07:47
    Highlight Highlight Wieso sollte das erstaunen. Es gibt nicht nur USA und Europa. In Asien leben mehr als 2.5 Milliarden Menschen. Wieso wird immer davon ausgegangen, dass alles bei uns gekauft wird?
  • Rolf stühlinger (1) 16.10.2019 19:38
    Highlight Highlight Ähm google apps kann man auch selber installieren und darüber den rest.
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